Welche Träger betreiben Seniorenheime?
Seniorenheime werden durch drei verschiedene Arten von Trägern betrieben – von öffentlichen, freigemeinnützigen oder privaten. Wenn auch die Betreiberart allein nicht auf die Qualität eines Heimes schließen lässt, kann sie doch für den Interessierten ein Kriterium zur Entscheidung sein. Manchen sind religiöse Gründe wichtig, andere wollen bestimmten sozialen Organisationen oder der eigenen Gemeinde den Rücken stärken und wieder andere setzen auf die Vorteile der Privatwirtschaft.
Öffentliche Träger
Städte, Gemeinden und Kreise können Seniorenheime als öffentliche (staatliche) Träger betreiben. Der Anteil der öffentlichen Träger ist in den letzten Jahren stark gesunken und beträgt aktuell bundesweit nur noch weniger als zehn Prozent.
Freigemeinnützige Träger
Die meisten deutschen Seniorenheime, etwa die Hälfte, werden von freigemeinnützigen Trägern betrieben. Dazu gehören kirchliche Betreiber wie die katholische Caritas, die evangelische Diakonie und in geringerem Umfang andere Religionsgemeinschaften wie die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland. Auch andere große Wohlfahrtsverbände, wie beispielsweise die Arbeiterwohlfahrt, der Paritätische Wohlfahrtsverband oder das Deutsche Rote Kreuz, betreiben neben weiteren karitativ-sozialen Institutionen (Stiftungen und Vereine) Heime.
Privat-gewerbliche Träger
Ungefähr ein Drittel der Heime wird von privat-gewerblichen Trägern betrieben, also von Privatpersonen und vor allem Gesellschaften. Diese sind gewinnorientierter als freigemeinnützige Betreiber aufgestellt.
Aktuelle Trends
Doch auch die öffentlichen und freigemeinnützigen Träger müssen seit einigen Jahren darauf achten, schwarze Zahlen zu schreiben oder auch einen (geringeren) Gewinn zu erzielen. Denn die konfessionellen Betreiber verlieren durch die zunehmenden Kirchenaustritte und die Gemeinden durch schwindende Steuereinnahmen an Finanzmitteln. Der Heim- und Pflegebereich ist ein Markt mit einem harten Wettbewerb. So stellen sich die großen Wohlfahrtsverbände als Träger zentraler auf und organisieren sich marktwirtschaftlicher als zuvor.
Der Anteil an öffentlichen Trägern geht seit Jahren zurück, während der private auf dem Vormarsch ist. Neben deutschen erkennen auch britische und niederländische Finanzinvestoren vermehrt ihre Chance als Heimbetreiber.
Letzte Kommentare